Geboren am 22. Dezember 1858 in Lucca (Italien)
Gestorben am 29. November 1924 in Brüssel

Giacomo Puccini stammte aus einer Musikerfamilie, die bereits fünf Generationen von Kirchenmusikern hervorgebracht hatte. Seinen ersten Orgelunterricht erhielt er bei seinem Vater. Nach dessen Tod nahm sein Onkel Fortunato Magi den erst fünfjährigen Giacomo bei sich auf und bildete ihn weiter aus. Mit fünfzehn Jahren besuchte er das Musikinstitut von Lucca und begann kleine Orgelstücke zu komponieren. 1880 konnte sich Puccini dank einem Stipendium am Konservatorium von Mailand einschreiben, wurde Schüler von Amilcare Ponchielli und führte das Leben eines mittellosen Studenten, das ihn später zu seiner berühmten Oper La Bohème inspirierte.

1884 stellte er an einem Kompositionswettbewerb seine Erstlingsoper Le Villi vor. Als er mit ihr in Mailand debütierte, wurde er von Publikum und Kritik gefeiert. Der Musikverleger Giulio Ricordi bestellte ein neues Werk bei ihm, die – allerdings weniger erfolgreiche – Oper Edgar, und gab fortan seine Werke heraus.

In dieser Zeit zog der Komponist mit seiner Geliebten Elvira Gemignani zusammen, die ihm 1886 einen Sohn schenkte, Antonio. Die Verbindung löste einen Skandal aus, denn Elvira war bereits verheiratet... was die junge Familie aber nicht daran hinderte, sich in Torre del Lago niederzulassen.

Der durchschlagende Erfolg seiner 1893 in Turin uraufgeführten Oper Manon Lescaut machte den Komponisten international berühmt. Er begann eine fruchtbare Zusammenarbeit mit den Librettisten Luigi Illica und Giuseppe Giacosa, die mit ihm an seinen drei Meisterwerken zusammenarbeiteten: La Bohème (1896), Tosca (1900) und Madame Butterfly (1904). 1910 erlebte Puccini mit La Fanciulla del West sein glanzvolles Debüt an der New Yorker Metropolitan Opera, mit dem berühmten Tenor Enrico Caruso in der männlichen Hauptrolle und Arturo Toscanini am Dirigentenpult. 1918 komponierte Puccini den Opernzyklus Il Triticco mit den drei Einaktern Il Tabarro, Suor Angelica und Gianni Schicchi.

Giacomo Puccini starb 1924 in einer Brüsseler Klinik an Kehlkopfkrebs, bevor er seine letzte Oper, Turandot, vollenden konnte. Sein Schüler Franco Alfano stellte sie kurz nach der Uraufführung der unvollendeten Fassung an der Mailänder Scala nach seinen Entwürfen fertig.

Seine Opern haben das Publikum der grössten internationalen Opernbühnen erobert und ihn zum populärsten Komponisten des beginnenden 20. Jahrhunderts gemacht.