Das eindrucksvollste Bauwerk der römischen Hauptstadt, das Amphitheater von Avenches, war einst Zeuge von Tierhetzen und Gladiatorenkämpfen. Im Mittelalter veränderte sich sein Aussehen, als über dem Amphitheater ein Wehrturm errichtet wurde. Und heute, seit rund 20 Jahren, ist dasselbe steinerne Oval Schauplatz grosser kultureller Veranstaltungen.

Avenches war schon immer ein „intelligentes“, vor allem bei kulturinteressierten Lehrern besonders beliebtes Schulreiseziel. Das malerische Waadtländer Städtchen von 3500 Einwohnern ist der Standort einiger der wichtigsten Denkmäler römischer Architektur in der Schweiz. Vor rund 2000 Jahren war Avenches, das damals Aventicum hiess, die römische Hauptstadt Helvetiens und zählte rund 20’000 Einwohner. Aventicum befand sich auf der strategisch bedeutenden Achse des heutigen Schweizer Mittellands und war mit den Wasserstrassen verbunden. 275 bis 277 n. Chr. wurde die prachtvolle römische Stadt von den Alemannen weitgehend zerstört.

Heute sind die Überreste zu einem grossen Teil von der modernen Stadt Avenches überbaut. Einige öffentliche Bauwerke aus der römischen Epoche sind jedoch noch immer gut erhalten und lohnen einen Besuch: die Ringmauer der  Stadt mit dem Osttor und der „Tornallaz“ (einem der einst 73 Wachttürme), die Thermen des Forums, das Theater, einige Überreste von Tempeln und Heiligtümern sowie das Amphitheater. Letzteres gehört zu den grössten der Schweiz (115 x 87 m) und ist gegenwärtig das besterhaltene nördlich der Alpen.

Für seinen Bau haben die Römer einen natürlichen Hügel teilweise ausgehoben. In seiner Glanzzeit bot es 16’000 Sitzplätze für Zuschauer aller sozialen Klassen, die im Amphitheater Tierhetzen und Gladiatorenkämpfe verfolgten.

Seit zweiundzwanzig Jahren erstrahlt Avenches jeden Sommer im Juli wieder in seinem alten Glanz, doch statt blutrünstigem Geschrei steigen heute Opernmelodien aus der Arena in den Nachthimmel auf. Viele der heutigen Zuschauer waren als Kinder auf einer Schulreise zum ersten Mal hier. Jetzt kehren sie zurück und erleben ein grossartiges Musikvergnügen unter freiem Himmel.

Mit einer gültigen Opernkarte ist der Eintritt gratis!